1 Dez

Anders anders – ein Gastbeitrag

Vorbemerkung

Das hier ist ein Gastbeitrag von meiner Freundin Merve resultierend aus ihrem mehrtägigen Besuch bei mir. Der wunderschöne Mann, der wie ein Neonazi oder ein deutscher Salafist, der frisch konvertiert ist, aussieht bin ich.

In Oberhausen ist es nicht so türkisch, wie sie schreibt, aber wir waren gemeinsam auch in Duisburg Marxloh. Da ist es dann doch ziemlich türkisch & arabisch. Und das beschreibt sie.

Soviel von mir. Der Rest ist von meiner Freundin Merve.

Anders Anders
 
Deutschland ist kein gastfreundliches Land. Das weiß ich, weil ich viele Länder besucht habe, in denen fremde Menschen viel wärmer aufgenommen wurden, als hier.
 
Hier sind fremde Menschen fremd und wenn sie bleiben, bleiben sie auch fremd. Ihre Kinder, die Krankenbett an Krankenbett gemeinsam mit den deutschen Kindern auf die Welt kommen und groß werden, bleiben fremd und deren Kinder bleiben fremd. Das weiß ich, weil ich so ein Enkelkind bin.
 
Ich bin mit sehr vielen deutschen Kindern um mich herum groß geworden. Eigentlich nur deutschen Kindern. Es gab immer irgendwelche Probleme, aber es hat immer irgendwie funktioniert. Manchmal hat es so gut funktioniert, dass ich vergaß, anders zu sein und mir so die Probleme, die es gab sehr unverständlich und unnötig vorkamen.
 
Beispielsweise habe ich es immer als selbstverständlich betrachtet, dass ich einmal Kopftuch tragen möchte, was ich jetzt auch tue. Verstand aber die Sorge meiner Eltern nicht, ich könnte Schwierigkeiten damit haben. Das Kopftuch gehörte zu uns und wir gehörten zu Deutschland. In meiner Schule, nein in meiner Stadt, Konstanz, war ich das einzige Mädchen mit Kopftuch. Es gab zwar noch vereinzelte erwachsene Frauen, die Kopftuch trugen, aber viele von ihnen sah man auch nicht. Mein Vater hatte eine einzige Kommilitonin an der ganzen Universität, die Kopftuch trug, aber nach zwei Semestern in eine andere Stadt wechselte. So gewöhnte ich mich also daran, anders zu sein und lebe damit.
 
Vor einiger Zeit bin ich in eine größere, nördlichere, deutsche Stadt gezogen, die aber immer noch sehr weit im Süden ist. Tübingen, das in der Nähe von Stuttgart ist, der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Hier habe ich zum ersten Mal in Deutschland Kopftuchmenschinnen in meinem Alter getroffen, weil hier mehr Menschen mit Migrationshintergrund leben. Stuttgart ist ja auch eine Industriestadt, die damals viele Gastarbeiter eingeladen hatte.
 
Es war schön, sich austauschen zu können und Gleichgesinnte zu finden, aber selbst hier war ich etwas exotisches, auffälliges, dass im Bus von alten Omas angestarrt wird und sich tagtäglich erklären und rechtfertigen musste.
 
Ich wollte, wenn ich mit meinem Studium fertig bin, in eine noch größere Stadt ziehen in der Muslime noch selbstverständlicher sind und noch mehr dazu gehören.
 
Mein Freund lebt in so einer Stadt in NRW. Es gibt dort richtige Moscheen, türkische Brautkleiderboutiquen und überall in den Straßen laufen türkisch oder arabisch sprechende Menschen und Menschen mit bunten Tüchern herum.
 
Ganz ehrlich: Es ist wie in der Türkei dort und ich liebe es!
 
Die Deutschen dort sind tatsächlich auch viel freundlicher und toleranter als bei mir unten. Sie unterhalten sich im Bus mit einem, wenn man sie anlächelt, statt verlegen wegzuschauen.
 
Was ich weit weniger liebe ist, dass ich es bei mir unten immer noch irgendwie schaffe deutsch zu sein, so muslimisch ich auch bin. Religion und Staatsangehörigkeit sind schließlich auch zwei Paar Schuhe. Aber dort bin ich Türkin, ob ich will oder nicht.
 
Die paar Freunde die ich dort in der Gegend habe, kennen mich scheinbar gut genug, um zu wissen, dass sie bei mir nicht reinreden dürfen. Aber wenn ich dort mit meinem Freund in eine türkische Pâtisserie gehe, werde ich gefragt, wo ich herkomme, weil mein “Türkendeutsch” anders klingt. Dann werde ich gefragt bei wem ich bleibe, wer der Mann in meiner Begleitung ist und ob meine Begleitung Moslem ist. Ja, ich könnte ihm ein paar Arabische Allah-Sprüche beispringen und ihn für einen Moslem ausgeben. Denn er sieht mit seiner Glatze und seinem Bart entweder aus wie ein Neonazi oder ein deutscher Salafist, der frisch konvertiert ist. Aber nein, das würde ich nicht tun, weil es kein Tabu sein darf gemischte Beziehungen zu führen.
 
Mich würde es nicht so sehr stören dort in der Bahn von arabischen Jugendlichen angepöbelt zu werden, die „Haram“ hüsteln, wenn ich nicht wüsste, dass es bei muslimischen Männern vollkommen akzeptiert ist eine nichtmuslimische Frau zu lieben.
 
Mein Herz gehört mir und ich kann es schenken, wem ich will.
 
Und auch 60jährige marokkanische Omas, die sich auf der Straße mit uns unterhalten müssen in ihrem Kopf aufräumen, wenn das für sie exotisch ist. Genauso, wie 60jährige Omas in Baden-Württemberg in ihrem Kopf aufräumen müssen, wenn es für sie exotisch ist Kopftücher zu sehen, selbst wenn sie selber ein Seidentuch mit Paisleymuster auf dem Kopf tragen, selbstverständlich nur aus modischen Gründen. Die genannte marokkanische Oma war wenigstens lieb, im Gegensatz zu einem arabischen Mann, der mich auf der Straße ansprach als ich meinen Freund küsste und uns dann hinterherfluchte.
 
Die Oma meinte, ich hätte einen wunderschönen Mann und alle Menschen seien Muslime, weil es ja nur einen Gott gibt. Das ist so ein schönes Kompliment. Welche Frau bekommt den von Fremden auf der Straße Komplimente für ihren Mann? Aber die Sache ist, dass mein Freund nicht an Gott glaubt und akzeptieren heißt nicht, ihn rechtfertigen, indem man ihn einfach ohne sein Wissen in die muslimische Gemeinschaft aufnimmt. Akzeptieren heißt, ihn so sein zu lassen, wie er ist, auch wenn man es selbst nicht versteht.
 
Ich möchte ja auch so gelassen werden, wie ich bin, wenn man es nicht versteht. 

5 thoughts on “Anders anders – ein Gastbeitrag

  1. tja ,matze .da hast du nun ein problem .mit liebe .falls falschverstanden ,bitte nicht weiterlesem.hast nee islamische frau .hab ich übrigens auch .und bin glücklich .trägt kein kopftuch ,ist mir völlig egal .kommt übrigens aus bosnien .deine glatze kannst du dir schenken , dämliche kosmetik .islamische frauen wollen familie ,schutz ,guten vater für die kinder .verstanden ? dafür gibts auch was schönes ,nämlich liebe .stabile ,wenn du willst .und noch was .wenn du sie von herzen führst ,bekommst du noch was -gehorsam ! ok .aber nur ,wenn du gut bist ,ha ,ha !

      • wer ist prima musjima ?mu0 ich wohl noch goolglen .widerliche fäkalarargumente . liebe ? . ich sag euch eins ,ihr habt grüne augen ,grüne augen ,froschnatur .von der liebe keine spur !

  2. Pingback: Anders gleich | matze's Blog

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